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Wie nachhaltig sind mineralische Dämmplatten?

Bei der Sanierung von Gebäuden spielen Wärmedämm-Verbundsysteme eine große Rolle.

In erster Linie dienen sie der energetischen Verbesserung. Zum anderen eignen sie sich für die Renovierung älterer Fassaden, z. B. bei Rissbildungen in Putz oder Mauerwerk. Bundesweit sind ca. 800 Mio. Quadratmeter an Hauswänden verbaut, Tendenz steigend. Fakt ist: Für die meisten WDVS wird der auf Erdöl basierende Polystyrol-Hartschaum verwendet. Ein Anteil von bis zu 80 % ist anzunehmen. Polystyrol ist ein häufig gebrauchter Kunststoff, der zwar günstig ist, aber für Gesundheit und Umwelt als bedenklich gilt. Mineralwolle als Dämmstoff folgt mit einem Marktanteil von knapp 20 %.

Der Begriff Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Ursprünglich in der Forstwirtschaft angesiedelt, nutzt man ihn heute im Zusammenhang mit Produkten, Herstellungsverfahren oder Architektur. Der Begriff wird in der Regel als „umfassend“ und „vorausschauend“ ausgelegt. Die Betrachtung der Nachhaltigkeit von Wärmedämm-Verbundsystemen sollte insofern mehrere Aspekte, wie z. B. Produktion, Inhaltsstoffe, Haltbarkeit und Entsorgung, umfassen. Zu den nachhaltigen Dämmmaterialien, ohne Erdöl, zählen Mineralschaum- und Mineralwolle-Platten. Außerdem sind Dämmungen aus natürlichen Rohstoffen, wie Holzfasern oder Hanf, erhältlich.

Mineralschaum-Platten bzw. Kalziumsilikat-Dämmplatten bestehen aus quarzhaltigem Sand, Kalkhydrat und Zement. Das Quarzmehl macht etwa die Hälfte aus. Hinzu kommen geringe Mengen wässriger Hydrophobierung und Treibmittel. Diese Dämmplatten sind leicht, wasserabweisend, diffusionsoffen, formbeständig, nicht brennbar sowie resistent gegen Bakterien oder Schädlinge. Sie werden zumeist regional produziert, also dort, wo die enthaltenen Stoffe vorkommen. So schlagen sich die verhältnismäßig kurzen Transportwege positiv in der Nachhaltigkeitsbilanz nieder. Die Herstellung ist im Vergleich zu anderen Produkten, z. B. Steinwolle-Dämmplatten, recht umweltverträglich. Die Elemente lassen sich ohne großen Aufwand zurückbauen und als Bauschutt entsorgen.

Die Bedeutung von Stein- und Glaswolle als anorganische Dämmstoffe nimmt zu. Mineralwolle-Platten verfügen über eine ähnliche Dämmwirkung wie Polystyrol-Platten. Sie sind widerstandsfähig, diffusionsoffen und darüber hinaus bieten sie eine hohe Brandsicherheit. Denn der Schmelzpunkt liegt bei mehr als 1.000 Grad. Deshalb kommt das Material auch als Brandriegel in Verbindung mit anderen Fassaden-Dämmstoffen zum Einsatz. Mineralwolle-Platten entsprechen mit der Klassifizierung A1 der höchsten Brandschutz-Klasse. Ihre lange Lebensdauer und die geringen Instandhaltungskosten führen zu einer insgesamt sehr positiven Ökobilanz.

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