WDVS - normal oder schwer entflammbar?
Erstaunlicherweise wird diese Frage immer wieder gestellt! Schon 2016 hat das Deutsche Institut für Bautechnik weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Brandverhaltens von WDVS mit EPS-Dämmstoffen in die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen aufgenommen.
Der Hintergrund für diese Ergänzungen waren u. a. Medienberichte über Brände an mit WDVS gedämmten Wohnhäusern. Daraufhin wurden die bereits bestehenden Brandschutzmaßnahmen - wie etwa umlaufende Brandriegel - überprüft und durch weitere ergänzt, die nun auch Brände, die an der Fassade des Gebäudes beginnen, berücksichtigen.
Die „brennende“ Frage aber bleibt: Können WDVS mit EPS-Dämmstoffen auch normal entflammbar sein? Oder müssen sie als schwer entflammbar ausgeführt werden? Der Gedanke hinter dieser Diskussion, die immer wieder mit Bauherren oder auch ausschreibenden Stellen geführt wird, ist der Preis des WDV-Systems in Material und Verarbeitung. Die Einsparung der Brandriegel aus Mineralwolle soll die Kosten des Gesamtsystems reduzieren. Grundsätzlich gibt es bei Gebäuden der Gebäudeklasse 1 bis 3 (Gebäude geringer Höhe) laut diverser Landesbauordnungen die Möglichkeit, ein normal entflammbares WDVS zu verbauen. Damit wäre der Einbau von Mineralwolle-Streifen als Brandriegel nicht nötig.
Als Systemanbieter von WDVS aber verweisen wir auf den Stand der Technik: WDVS mit EPS-Dämmstoffen sind schwer entflammbar! So empfehlen wir auch bei Gebäuden geringer Höhe den Einbau notwendiger Brandriegel. Denn Sicherheit geht vor, sichere Dämmsysteme sollten der Anspruch aller Systemanbieter und der ausführenden Fachbetriebe sein. Aus Kostengründen auf besseren Brandschutz zu verzichten ist nicht sinnvoll; so sollte man es auch seinem Auftraggeber erklären. Und es sich bestätigen lassen, wenn der Kunde trotz anderslautender Beratung ein normal entflammbares WDVS wählt.
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