Putz- und Beschichtungsschäden bei kalkreichen Putzen
Soll auf einem älteren, kalkreichen Bestandsputz eine Beschichtung aufgetragen werden, gilt es, im Vorfeld die Begebenheiten genauestens zu prüfen.
Es ist hinlänglich bekannt, dass über die Jahre hinweg gewisse Alterserscheinungen an Fassaden auftreten. Zwangsläufig werden mit der Zeit witterungsbedingte Einflüsse sichtbar, wie z. B. die Ansammlung von Verschmutzungen, die Veränderung des Farbtons oder das Auftreten einzelner Risse. Bedenkt man die mögliche Haltbarkeit einer Fassadenbeschichtung von ca. 20 Jahren, sind Reaktionen dieser Art nicht weiter verwunderlich. Schließlich sind Gebäudefassaden und deren Beschichtungen permanent wechselnden Wetter- und Umwelteinflüssen ausgesetzt.
Treten hingegen massive Risse und Abplatzungen auf, liegen sehr wahrscheinlich zusätzliche Einflussfaktoren zugrunde. Beispielgebend ist anzunehmen, dass die universell einsetzbaren Dispersionsfassadenfarben mit kalkreichen Putzen nicht in Einklang zu bringen sind. Denn die sogenannten Luftkalkmörtel benötigen den stetigen Austausch mit der Umgebungsluft, speziell dem Kohlendioxid, und Wasser. Die Wechselwirkung und witterungsbedingte Veränderung der Putzfeuchtigkeit wirkt sich durchaus positiv auf die Haltbarkeit des Mörtelgefüges aus.
Obwohl Dispersionsfarben als wasserdampfdiffusionsfähig bezeichnet werden können, wird ihr Auftrag auf Kalk- oder sogar Kalkmischputzen innerhalb weniger Jahre zu Putz- und Beschichtungsschäden führen. Dennoch können Fassadenfarben, werden sie gar mehrfach aufgetragen, den natürlichen Reaktionsablauf zwischen Mörtel und Witterung negativ beeinflussen. Die Folgen sind schwerwiegende Festigkeitsverluste in der Putzoberfläche sowie der Verlust der Haftfestigkeit der Beschichtung. Besonders geeignet sind Silikat- oder hochwertige Silikonharzprodukte.
Oberputz und Fassadenfarbe stehen in einer Wechselwirkung zueinander, soviel steht fest. Die Ursachen für gravierende Mängel an gestrichenen Bestandsfassaden können gleichwohl noch „tiefer“ liegen. Wurde beispielsweise eine unzureichende Grundierung eingesetzt, kann dieser Umstand ebenso zu unansehnlichen Beschichtungs- und Putzschäden führen. Die Grundierung spielt als Haftvermittler zwischen Untergrund und Beschichtung nun einmal eine wichtige Rolle.
Fazit: Soll auf einem älteren, kalkreichen Bestandsputz eine Beschichtung aufgetragen werden, gilt es im Vorfeld die Begebenheiten genauestens zu prüfen. Auf diese Weise lassen sich Schadensbilder an Fassaden und die damit verbundenen Reklamationen vermeiden.
Autor
ZERO Anwendungstechnik
Anwendungstechnik / Anwendungsberatung / Schulungen
Tel.: +49 5731 9887-340
ata@zero-lack.de