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W wie Weiß als Farbe

„Wäscht so weiß, weißer geht's nicht" heißt es in der Waschmittelwerbung. Weiß ist die Summe aller Farben - physikalisch gesehen. Die Impressionisten hielten Weiß für eine „Nicht-Farbe". Weiß, Schwarz und Grau seien die Unbunten, die so „nichts" sind und einfach nur hell oder dunkel. Für die Maler ist es der Farbton, der aus dem Eimer kommt. Klar, farbiger geht auch, aber zumeist ist erst mal Weiß drin.

Weiß schafft eine große Leere und gibt viel Raum für Kreativität. Ein weiß gestrichener Raum erscheint weit und unbegrenzt. Ein unbeschriebenes Blatt mit ganz vielen Möglichkeiten. Und doch ist Weiß nicht farblos. Vom Gefühl her vielleicht. Weiß ist eine leise, friedliche und rein wirkende Farbe. So rein, dass die Lebensmittelindustrie dazu überging Zucker, Mehl und Reis die natürliche Farbe zu entziehen!

In Kulturgeschichte und Symbolik steht Weiß für Erleichtung, Unschuld, Einfachheit - und ist überwiegend positiv besetzt. Das kommt auch daher, weil Weiß ganz oft in Zusammenhang mit Schwarz gebracht wird, das das Negative darstellt. Weiß steht für das Gute und Positive. Es wird mit „Göttlichem" assoziiert und taucht in vielen Religionen in übergeordneter Position auf. Die Farbe des Lichts wird zu den Hochfesten wie Weihnachten und Ostern von evangelischen und katholischen Geistlichen getragen. Im Hinduismus sind weiße Rinder heilig, in Thailand weiße Elefanten. Zeus erschien Europa als weißer Stier und Christus ist das weiße Lamm Gottes.

In vielen asiatischen Ländern ist im Gegensatz zu unserer westlichen Kultur Weiß aber auch eine Farbe der Trauer - und noch bis zum Mittelalter wurde auch ihn Europa weiß als Trauerfarbe getragen.
Seit spätestens dem 19. Jahrhundert ist Schwarz im mitteleuropäischen und nordamerikanischen Kulturkreis die Farbe der Trauer - weil es den Tod symbolisiert.

Nach der Französischen Revolution wurde Weiß eine angesagte Kleiderfarbe und mit der Heirat von Königin Viktoria 1840 etablierten sich die weißen Brautkleider. 
Weiß reflektiert das Licht und absorbiert dadurch die Wärme nicht. Es heizt also nicht auf -  und ist im Sommer ein Grund weiße Kleidung zu tragen und ein weißes Auto zu fahren.

„Mit Weiß sind wir auf der sicheren Seite", sagt man und meint, eine Rechtfertigung für den gewählten Farbton ist unnötig. Durch Zugabe von kleinen Mengen eines weiteren Farbtons erhalten wir leichte Pastelltöne. Diese wirken sanft, zart und sogar lieblich, Sie brechen das Weiß auf und lassen den Raum nicht mehr leer, distanziert oder zurückweisend wirken. Abertausend Möglichkeiten aus Weiß was zu machen. Und wenn's um Farbe geht, stehen 45.000 Töne und über 2,3 Millionen Rezepturen dem Profi allein bei ZERO-LACK zur Verfügung - soviel ich weiß...

Autor

Anja Sieker

Farbentwürfe
Tel.: +49 5731 9887-660
farbstudio@zero-lack.de

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