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T wie Thermografien in der Praxis

Die Thermografie ist ein Verfahren zur bildlichen Anzeige der Oberflächentemperatur. Diese berührungslosen Messungen sind eine übliche Methode, um z. B. die energetische Qualität einer Gebäudehülle festzustellen. Sie können als Basis für die Planung einer Sanierungsmaßnahme dienen. Eventuell bestehende Baumängel, Wärmeverluste oder Feuchtigkeitsschäden werden auf diese Weise sichtbar gemacht.

Bei einer Thermografie wird an einer Fläche die Oberflächentemperatur gemessen. Das Ergebnis, auch Thermogramm genannt, stellt die Messwerte anhand eines Farbspektrums dar. Theoretisch könnte eine Spezialaufnahme dieser Art in Graustufen ausgegeben werden. Allerdings macht das weniger Sinn, da das menschliche Auge Grautöne nur in begrenztem Umfang unterscheiden kann. Folglich werden Wärmebilder vorzugsweise in sogenannten Falschfarben angezeigt.

Im Vorfeld und während der Erstellung sind einige Punkte zu beachten: Ein Wärmebild sollte bei möglichst trockener, kühler Witterung und Windstille angefertigt werden. Der Temperaturunterschied zwischen dem beheizten Inneren des Hauses und der Außenluft muss min. 15° Celsius betragen. Die Räume sollten gleichmäßig beheizt sein. Fenster und Türen sind min. 60 Minuten vorher zu schließen und geschlossen zu halten. Ferner darf die Fassade nicht durch intensive Sonneneinstrahlung erwärmt werden. AII diese Faktoren beschränken den Zeitpunkt für die Herstellung einer aussagefähigen Bauthermografie auf das Winterhalbjahr sowie ein Zeitfenster zwischen Abend und frühem Vormittag.

Grundsätzlich gilt: Die verschiedenen Temperaturwerte, die mittels einer Thermografie gemessen werden, sind bestimmten Farben zugeordnet. Eine Skala am Rand der Aufnahme gibt Aufschluss darüber, welcher Farbton zu welchem Wert gehört. Auf diese Weise können Stellen einer Gebäudehülle sichtbar gemacht werden, die deutliche - weil farblich anders gekennzeichnete Temperaturunterschiede zu anderen Bereichen bzw. zur Außenluft aufweisen. Es werden beispielsweise schlecht konstruierte Bauteile sichtbar, an denen viel Wärme entweicht. Wobei nicht ermittelt werden kann, wie viel Energie tatsächlich verloren geht.

Weiter ist zu beachten, dass es Stellen und konstruktive Besonderheiten an Häusern gibt, an denen nicht sinnvoll ein Mangel abzulesen ist. Ein Beispiel dafür sind die Bereiche unter Dachüberständen, die zumeist in rötlich-gelber Farbe erscheinen. Hier werden die üblichen Wärmeverluste über Wände und Fenster sichtbar. Es gilt die fachlich richtigen Rückschlüsse zu ziehen. Auch im Hinblick auf die Hinterlüftung von vorgehängten Fassaden sind derartige Konstruktionen mittels Thermografie nicht zu analysieren.

Nach Beendigung der Baumaßnahmen eine weitere Wärmebildaufnahme zu erstellen, kann durchaus sinnvoll sein, um den Erfolg einer energetischen Sanierung zu verdeutlichen.

Autor

ZERO Anwendungstechnik

Anwendungstechnik / Anwendungsberatung / Schulungen
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