T wie Taupunkttemperatur
Allgemein ist die Bildung von Tauwasser ein bekanntes Phänomen, wird aber oftmals bei Anstricharbeiten nicht genügend berücksichtigt. Warme Luft kann ein Vielfaches mehr an Wasser aufnehmen als kalte Luft. KühIt jetzt warme, feuchte Luft ab, kann sie den Wasserdampf bei einer bestimmten Temperatur - der sog. Taupunkttemperatur - nicht mehr festhalten.
Auf kälteren Flächen bildet sich Wasser aus dem Wasserdampf aus und kondensiert in Form feiner Tröpfchen als sog. Kondens-, Schwitz- oder Tauwasser. Das zeigt z. B. der beschlagene Badezimmerspiegel nach dem Duschen. Auf Baustellen, innen wie auBen, gibt es viele risikoreiche Untergründe, auf denen es schnell zu Kondensat kornmen kann, etwa auf Garagentoren, Stahlprofilen, Wandflächen oder in Raumecken.
Wärmebrücken, verursacht durch unzureichende Wärmedämmung der Außenwände oder Einbindung der Stahlbetondecke ins AuBenmauerwerk, sind bekannte Erscheinungsbilder beim Dauer-Thema unangenehmes Raumklima - bis hin zur Schimmelbildung. Besonders bei der Verarbeitung von wasserverdünnbaren Produkten muss zwingend darauf geachtet werden, dass die zu beschichtenden Flächen kurz vor und sogar im Zuge der Überarbeitung frei von Kondensat sind.
Während lösemittelhaltige Anstrichstoffe, etwa herkömmliche Alkydharzlacke, oxydativ trocknen und somit mehr Reserve beim Trocknen besitzen, kann Feuchtigkeit die Verfilmung von Aqua-Lacken sichtlich beeinträchtigen. Dazu zählen stark verlangsamte Trocknung, schlechte Adhäsion zum Untergrund, Störungen im Glanzgrad und sogar das Ausschwimmen von Pigmentpasten bei Farbtönen. Im ungünstigsten Fall sind dann Schäden im Anstrich als Folge zu erkennen.
Der Verarbeiter hat somit Sorge zu tragen, dass der Untergrund sauber, tragfahig und - vor allen Dingen - trocken sein muss. Hierzu kann u. U. das Abreiben mit einem trockenen Tuch oder sogar das Aufstellen von Heizlüftern erforderlich sein. Als Hilfestellung gibt es die sog. Taupunkttabelle. Wo dieser Taupunkt genau liegt, lässt sich anhand von Untergrundtemperatur und vorhandener Umgebungsluftfeuchtigkeit errechnen oder aus einschlägigen Tabellen ablesen.
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