S wie Schichtstärke
Mitunter ist es wichtig, gewisse klar definierte Schichtstärken bei Anstrichmaterialien zu erreichen, z. B. bei Brandschutz-Beschichtungen auf Metall. Aber auch bei Korrosionsschutz-Beschichtungen müssen entsprechende Mindestschichtstärken erzielt werden. Hier die gängigsten Methoden, die auch auf der Baustelle umgesetzt werden können:
Für Stahluntergründe ist die magnetische Trockenschichtdickenmessung geeignet. Der Untergrund muss nicht freigelegt werden, da die Messung auf einer magnetischen Haftkraftmessung beruht. Die Haftkraft ist abhängig vom Abstand eines Dauermagneten zur Stahlunterlage, die durch eine Beschichtung festgelegt ist.
Ein einfach handhabbares Gerät ist das Mikrotest-Schichtdickenmessgerät (Volksmund: „Banane“). Der Magnet wird über eine Messfeder, die eine Gegenkraft zur magnetischen Haftkraft ausübt, zum Abheben gebracht. Die aufgewendete Kraft wird gemessen und als Wert für die Schichtdicke (µm) in der Anzeige abgelesen.
Außerdem gibt es kleine, magnetische Schichtdickenmessgeräte. Diese bestimmen mit Messsonden auf NE- bzw. E-Metallen die Schichtdicke und zeigen sie auf einem beleuchteten Display an. Die Messsonden werden je nach Beschichtung, Untergrund und Untergrundbeschaffenheit ausgewechselt (Messbereich: 0 bis 3.000 µm; Normierung: DIN EN ISO 2178, ISO 2361).
Geräte zur Nassschicht-Dickenmessung werden zur Überprüfung der Schichtdicke während der Applikation angewendet. Die Kontrolle der frisch aufgetragenen Beschichtung gestattet eine Berechnung der Trockenfilmdicke. Somit kann eine Korrektur während der Arbeit durchgeführt werden.
Nassschicht-Dickenmessgeräte besitzen in einer Ebene Zähne, die in die nasse Beschichtung eindringen. Die Zähne dieser „kammartigen“ Messgeräte haben mit zunehmender Zahl einen immer größeren Abstand zur Aufsatzebene (Untergrund). Der Messwert wird von den nicht vom Anstrich berührten Zähnen bestimmt.
Das scheibenförmige Nassschicht-Dickenmessgerät wird auf einem Nassfilm abgerollt und besteht aus zwei konzentrischen Rollfelgen und einer dazu exzentrisch ausgerichteten Messrippe. Diese wird erst dort vom Anstrich berührt, wo ihr Abstand von den Rollfelgen der zu messenden Nassfilmschichtdicke entspricht (Messbereich je nach Modell zwischen 0 und 1.500 µm; Normierung: ISO 2808).
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