Q wie Qualitätsstufe der Oberfläche
Begriffe wie „malerfertig-streichfertig-anstrichbereit-streiflichttauglich“ sind für die Beschreibung der Oberflächenqualität absolut ungeeignet. Soll auf vorbereitetem Untergrund, Gipsplatten oder Gipsputzen eine weitere Behandlung erfolgen, muss vom Maler geprüft werden, ob die Oberflächenqualität für die geplante Ausführung geeignet ist. Daher sollte die Oberflächengüte für die Art der weiteren Behandlung geplant und beschrieben werden.
Dabei werden aktuell die spezifischen Bezeichnungen Q1, Q2, Q3 und Q4 verwendet. Bei Gipsputzoberflächen erfolgt zusätzlich eine Einteilung in abgezogene, geglättete, abgeriebene oder gefilzte Putzoberflächen. Gibt es keine Angabe zu Oberflächengüte, gilt z. B. bei Gipsplatten Qualitätsstufe Q2 als vereinbart.
• Was bewirkt die Gipsplatten-Verspachtelung in der jeweiligen Qualitätsstufe?
Q1: Keine optischen und dekorativen Anforderungen an die Oberfläche, aber Füllen von Stoßfugen und evtl. das Einlegen von Bewehrungsstreifen und Überziehen sichtbarer Teile der Befestigung.
Q2: Oberfläche ist für grob strukturierte Wandbekleidungen (Raufaser) oder grob strukturierte Anstriche geeignet. Abzeichnungen, etwa bei Einwirkung von Streiflicht, sind nicht auszuschließen.
Q3: Oberfläche ist für fein strukturierte Wandbekleidungen und Anstriche (dekorative Oberputze, Körnung Q4: Oberfläche ist für glatte oder strukturierte Wandbekleidungen mit Glanz oder Anstrichbeschichtungen bis zum mittleren Glanz geeignet. Störende Effekte unter Lichteinwirkung werden weitgehend vermieden.
• Was leisten Gipsputzoberflächen z. B. in Qualitätsstufe 3?
Q3-abgezogen: Oberfläche ist geeignet für Oberputze (Körnung > 1 mm), Wandbeläge aus Feinkeramik, großformatige Fliesen und Naturwerkstein.
Q3-geglättet: Oberfläche ist geeignet für Oberputze (Körnung
Q3-abgerieben: Oberfläche eignet sich für matte, nicht strukturierte, nicht gefüllte Anstriche und Beschichtungen.
Q3-gefilzt: Oberfläche eignet sich für matte, nicht strukturierte, nicht gefüllte Anstriche und Beschichtungen.
Je nach Bauvorhaben macht es Sinn, eine Musterfläche unter finalen Belichtungsbedingungen zu erstellen. Hilfreich sind Merkblätter der Gipsindustrie und BFS - Merkblätter, die Qualitätsstufen und deren Aussehen ausführlich beschreiben.