L wie Lichtstabilität
Lichtstabilität beschreibt die Beständigkeit verschiedener Oberflächen unter Einwirkung von Lichtstrahlung. Dabei wird unterschieden nach Lichtquellen und Strahlungsarten. Tageslicht und künstliches Licht haben unterschiedliche Wellenlängenbereiche. Besonders Sonnenlicht mit seinem hohen UV-Licht-Anteil hat auf viele Materialien eine stark zersetzende Wirkung, was zu sichtbaren Farbveränderungen führen kann.
Hinzu kommt, dass sich die Strahlungsverteilung des Tagesslichts verändert und auch Gegend und Dauer eine Rolle spielen. Um im Labor vergleichbare Werte und Ergebnisse zu erzielen, wurde das genormte „mittlere Tageslicht“ D65 entwickelt. Noch ist es nicht gelungen, eine künstliche Lichtquelle zu erzeugen, die die exakte Vergleichbarkeit mit natürlichem Tageslicht liefern kann.
Unsere Materialien im Malerhandwerk sollen licht- und farbstabil sein und möglichst lange sollen Kunden sich an ihren Lieblingsfarben freuen. Beim Wunsch nach intensiver und stärkerer Farbigkeit gerade im Außenbereich sollten im Hinblick auf Lichtstabilität ein paar wichtige Aspekte nicht außer acht gelassen werden:
Unterschiedlichste Faktoren haben Einfluss auf Lichtstabilität von Farben und Lacken. Zunächst ist es erst einmal der Farbwerkstoff selber und seine Zusammensetzung. Anorganische Pigmente sind farbbeständiger als organische, jedoch wird die Farbpalette bei der Verwendung von ausschließlich anorganischen Pigmenten sehr stark eingeschränkt. Viele Farben können nur hergestellt werden, wenn organische Pigmente beigemischt werden.
Das Bindemittel hat ebenfalls einen großen Anteil an der Lichtstabilität und sollte möglichst UV-stabil sein. Der PVK-Wert eines Beschichtungsstoffs zeigt uns die Pigment-Volumen-Konzentrationen an. Hochgebundene Farben haben einen niedrigen PVK-Wert und enthalten viel Bindemittel. Bei ZERO RenoTop Housepaint beispielsweise wird das Pigment vollständig ummantelt und so zusätzlich geschützt. Bei schwachgebundenen Farben hängt das Bindemittel zwischen den Pigmenten und verklebt sie nur. Die Pigmente liegen frei und sind dem UV-Licht und der Witterung voll ausgesetzt.
Farbe unterliegt auch einem natürlichen Alterungsprozess. Oberflächennahes Bindemittel wird abgetragen und legt Pigmente und Füllstoffe frei. Besonders helle Töne neigen auf Grund des hohen Titandioxidgehaltes durch fotochemische Reaktion zum Aufhellen und Kreiden.
Schließlich noch die untergrundbezogenen Einflussfaktoren, die ebenfalls mehr oder weniger die Licht- und Farbstabilität mit steuern. Starke Alkalität des Untergrunds führt zum Ausbleichen der Farbe, wenn nichtalkalibeständige Pigmente zum Einsatz kommen.
Inhaltsstoffe von Hölzern, verstärkt durch Witterung und Sonnenlicht, können ebenfalls zu Farbveränderungen führen. Und verschiedene Untergrundstrukturen lassen den gleichen Beschichtungsstoff unter Umständen andersfarbig erscheinen. Detailinformation zu diesem Thema erhält der Maler im BFS-Merkblatt Nr. 26. Dort findet man Tabellen mit Klassifizierungen für Lichtstabilität und Farbstabilität verschiedenster Produkte.