I wie Individuelle Farbgestaltung
Das Spektrum an Farben ist insgesamt äußerst vielfältig. So ist es zur Praxis geworden, Farbtöne in Kategorien einzuteilen. Unter anderem lässt sich dieser Umstand am Angebot aktueller Innen- und Fassadenfarben ablesen. Außerdem rufen Farbinstitute, Wohnzeitschriften und Blogs regelmäßig Trends aus, die versuchen, den Markt maßgeblich zu beeinflussen. Auch die Hersteller konzentrieren sich in der Regel auf eine Auswahl an vordefinierten Farbpaletten. Farbigkeiten, die gerade nicht in Mode sind, kommen in dieser Produktwelt zumeist nicht vor.
Auf der anderen Seite ist es nun einmal so, dass der Mensch die Farben bzw. eine Farbgestaltung nach seinem ganz persönlichen Empfinden einordnet. Nicht umsonst sprechen viele von ihren Lieblingsfarben. Gewisse Farbtöne sind für die Personen hingegen völlig ausgeschlossen. Wir können annehmen, diese außerordentlich subjektive Wahrnehmung hat mit Erlebnissen zu tun, die im Zusammenhang mit einer Farbe stehen. Für die Praxis eines Malerbetriebs kann dies bedeuten: Mit „Standardaussagen nach Lehrbuch“ ist das zuvor gesteckte Beratungsziel nicht immer zu erreichen.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Begrifflichkeiten die sich um das Thema Farbe ranken, nicht eindeutig fixiert sind. Der eine bezeichnet einen Farbton X als kalt. Ein anderer nennt ihn wohnlich. In Ermangelung greifbarer Definitionen, werden die Aussagen in Bezug auf Farben und Farbkombinationen willkürlich ausgelegt und beschrieben.
Da kann es tatsächlich hilfreich sein, durch fundierte Erfahrungen im Umgang mit Farben zu punkten. Das betrifft sowohl die handwerkliche Arbeit mit dem Material Farbe an sich: Wie stelle ich Farbtöne zusammen? Wie wähle ich die Nuancen nach individuellen Vorgaben aus? Ebenso geht es um die Anordnung von Farbflächen im Zusammenhang mit der Architektur, in Innenräumen und an Gebäuden. Wie wirken die Farben im jeweiligen Umfeld am besten: einzeln auf der Fläche bzw. im Raum oder in der Kombination, kontrastreich oder Ton in Ton?
Wird der Malerbetrieb aufgefordert die Farbgestaltung zu übernehmen, sind die Kundenwünsche zunächst sehr genau zu hinterfragen. Die gemeinsame Begehung des Objektes oder den Räumlichkeiten bildet eine gute Basis für das Beratungsgespräch. Die Festlegung aller vorhandenen und beizubehaltenden Komponenten, die in Einklang mit der neuen Farbgebung gebracht werden müssen, gehört hier dazu. Darüber hinaus unterstützt die Begutachtung von Farbmustern oder Referenzbeispielen das Verständnis für die Wirkung der neuen Gestaltung.