Das Technische Merkblatt – wozu?
Bauprodukte für den Neubau und die Renovierung sind erst dann richtig gut, wenn sie korrekt eingesetzt werden. Doch woher bekommt der Verarbeiter diese Informationen?
Wagen wir einen Alltagsvergleich:
Was haben Farben und Lacke mit Mehl und Backpulver gemeinsam? Beim Backen sollte für ein perfektes Ergebnis das Rezept genau beachtet werden. Es enthält alle notwendigen Zutaten, genaue Mengenangaben und detaillierte Zubereitungsschritte. Übertragen auf den Umgang mit Farben und Lacken auf der Baustelle ist dort das Technische Merkblatt die Grundlage für die erfolgreiche Arbeit. Es gibt Aufschluss sowohl über die Eigenschaften und Anwendungsbereiche des Produkts als auch über dessen genaue Verarbeitung und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen. Der Inhalt eines Technischen Merkblatts wird laufend angepasst. Er entspricht den Erfahrungen des Herstellers sowie dem neuesten Stand der Technik. Sich ändernde nationale oder europäische Gesetze und Normen, aber auch Praxiserfahrungen, führen dazu, dass allgemeine Informationen zum Produkt, Verarbeitungs- oder Sicherheitshinweise stetig ergänzt werden.
Fazit:
Auf den Verpackungen stehen nur die wichtigsten Verarbeitungshinweise eines Produkts. Deshalb ist es ratsam, vor der Verarbeitung – ob das Produkt bekannt ist oder nicht – das Technische Merkblatt in seiner neuesten Version zu studieren. Es entbindet den Verarbeiter jedoch nicht von der Pflicht, die Eignung des Materials für den jeweiligen Einsatzzweck zu prüfen. Das ist besonders dann wichtig, wenn außergewöhnliche Bedingungen vorgefunden werden. In diesem Falle leisten auch die Anwendungstechniker der Industrie sachkundige Hilfestellung am Telefon oder vor Ort. Wird von den Angaben des Merkblatts vorsätzlich abgewichen, kann die Haftung für daraus resultierende Mängel vom Produkthersteller abgewiesen werden.