D wie De Stijl?
Getreut dem Motto "Weniger ist mehr" zeichnet sich ein zurzeit aufkommender Minimalismus in der Farbgestaltung im Wesentlichen durch eine einfache Formen- und Farbensprache aus.
In Deutschland verbinden wir damit oft den Bauhaus-Stil, der seine Hoch-Zeit in den 1920er Jahren hatte. Vom Gründer Walter Gropius als eine Arbeitsgemeinschaft gedacht, in der die Unterscheidung zwischen Künstler und Handwerker aufgehoben werden sollte, galt es Architektur als Gesamtkunstwerk mit den anderen Künsten zu verbinden.
Mit einer sehr klaren und einfachen Formensprache, die einen industriellen Herstellungsprozess ermöglicht.
Fast gleichzetig findet in den Niederlanden eine Gruppe von Malern, Designern und Architekten zusammen, die einen ähnlichen Gestaltungsansatz verfolgen. Eine neue, total abstrakte Formensprache entsteht, die auf der Variation von wenigen elementaren Prinzipien der Gestaltung beruht (waagerecht/senkrecht, groß/klein, hell/dunkel und den Grundfarben). Das meint eine Reduktion auf die drei Primärfarben Rot, Gelb und Blau sowie die "Nicht-farben" Schwarz, Grau und Weiß. Weniger geht nicht!
Der Gedanke, der hinter dieser Art zu gstalten steht, war ein absolutes Harmoniestreben, erzeugt durch abstrakte Mittel und Kompositionen, völlig frei von Verknüpfungen mit Gegenständen der äußeren Welt. Ganz sicher auch eine Reaktion auf die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs. In ihren Grundsätzen von 1918 strebte die Gruppe nach einer reinen Kunstform; Künstler und Architekten sollten gemeinsam neue, bessere Umwelt schaffen.
Die Gesaltungsprinzipien der De Stijl-Gruppe lassen sich sehr gut für aktuelle Projekte einsetzen.
Ein taffer Malerbetrieb hat sein nigelnagelneues Geschäftshaus (Foto) entsprechend gestaltet. Ein moderner Jubus, große Fensterflächen im Eingang und Treppenhausbereich, anthrazitfarbene Fenster und Türen. "Und ein wenig sollte dann noch hinzukommen, vielleicht ein paar Rechtecke und Quadrate in unseren Firmenfarben" - wünschten die beiden Brüder des alteingesessenen Unternehmens.
Waagerechte und senkrechte schwarze Linien verbinden die Fensterelemente und Türen und bilden Rechtecke und Quadrate, die in den Firmenfarben Grün und Orange hervorgehoben werden. Die Gebäudeecken werden durch das große Glaselement in Szene gesetzt und durch eine farbige Eckgestaltung auf der anderen Seite betont.
De Stijl lässt grüßen.