Biozide & WDVS
Da verschiedene Punkte inhaltlich oft falsch und unsachlich dargestellt werden, kann eine kleine Hilfestellung nutzen. Grundsätzlich ist festzustellen, dass es sich bei Bioziden um Chemikalien handelt, die zur Bekämpfung von Mikroorganismen verwendet werden. Aus diesem Grund kommen sie unter anderem in Filmschutzmitteln vor, die Hausfassaden vor einem Befall schützen sollen. Bei den in unseren Gefilden üblichen klimatischen Bedingungen ist das Risiko nun einmal recht hoch, dass Gebäudehüllen von Algen, Pilzen oder Flechten befallen werden. Das liegt in keiner Weise an den Dämmstoffen selbst oder deren Eigenschaften. Sie sind durch Putz und Farbe geschützt. Vielmehr ist die Wärmedämmung ein effektives Instrument, um Schimmelbefall inner- halb eines Gebäudes zu verhindern.
Zumeist besteht der Anspruch, Fassaden optisch möglichst einwandfrei zu erhalten. Überdies soll ihre Funktionalität für viele Jahre sichergestellt sein. Beide Faktoren gelten als wesentliche Qualitätskriterien für ein Gebäude. Die sogenannten Filmschutzmittel oder Beschichtungsschutzmittel werden gezielt eingesetzt, um den Werterhalt und die Ansehnlichkeit einer gedämmten Fassade weitmöglichst zu gewährleisten. Ferner verringert sich zeitlich die Notwendigkeit einer baldigen Nachbearbeitung in Form einer Reinigung oder eines Neuanstrichs.
Lediglich sehr geringe vorgegebene Anteile an Bioziden, z. B. Fungizide oder Algizide, finden in modernen Fassadenbeschichtungen Verwendung. Eine weitaus größere Menge wird zum Beispiel über die Landwirtschaft direkt in die Umwelt abgegeben. Außerdem sind die genannten Stoffe bei Produkten für den Schutz von Fassaden meistens in eine Bindemittelmatrix eingebaut, die weniger schnell ausgewaschen wird. Man spricht von verkapselten Filmschutzmitteln. Diese sind unverkapselten Che- mikalien selbstverständlich vorzuziehen.
Im Hinblick auf die genannten Produkteigenschaften ist davon auszugehen, dass eine mögliche Abgabe der Chemikalien an die Umwelt weit unterhalb defi- nierter Schwellenwerte liegt. Regelmäßige Tests des Grundwassers überwachen Konzentrationen, die ein akutes Risiko darstellen oder einen direkten Hand- lungsbedarf erfordern würden. Von einer Gefährdung für Leib und Leben kann daher nicht gesprochen werden. Nimmt man die besagten Mikroorganismen einmal aus.
Biozidprodukte für den Fassadenschutz werden vor ihrer Markteinführung umfassend geprüft. Vonseiten der Branchenverbände sind Forschungsvorhaben grundsätzlich erwünscht, die eine mögliche Austragung der Stoffe untersuchen. Somit wird sichergestellt, dass der Einsatz von Filmschutzmitteln an Bauteilen keine signifikante Gefährdung für den Menschen und die Umwelt darstellt.
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